Fokus: Unternehmenskultur

Geposted von Tobias Jost am

Unternehmenskultur: Wenn Mitarbeiter zu „Abnickern“ werden
Einatmen, ausatmen. Werde eins mit deiner Umgebung. Nicht auffallen. Ich bin ein Chameleon, ein Meister der Tarnung. Der Ninja unter den Büro-Angestellten. Jetzt bloß nicht auffallen. Ich habe es tausend Mal geübt, es gibt nur einen Satz, der in dieser Unternehmenskultur wichtig ist und der lautet: „Ich bin ganz Ihrer Meinung, Chef”.

Vorab: Es gibt sie, die Unternehmen in denen Milch und Honig fließt, der Mitarbeiter ein wichtiger Bestandteil ist und nicht nur ein pulsierendes Requisit. Unternehmen, die einen gesteigerten Wert auf die Meinung der Angestellten legen, fernab vom Titel oder Zugehörigkeit einer Kaste. Diese Unternehmen gibt es im Mittelstand ebenso wie bei den ganz Großen.

Unternehmenskultur: Von motivierten Mitarbeitern zu demotivierten Abnickern
Es gibt aber auch die Anderen. Jene Unternehmen, die ihren Mitarbeiter Nummern auf die Rücken kleben, um sie zu unterscheiden. Denen eine Zustimmung mehr Wert ist als eine eigene Meinung. Man findet sie auf Bewertungsportalen wie zum Beispiel kununu . Unternehmen mit einer DNA, die jegliche Innovationsfähigkeit im Keim erstickt.

Eine Studie von Anfang 2013  bringt das Kernproblem auf den Tisch. Motivierte Mitarbeiter werden zunehmend desillusioniert, bis sie sich innerlich komplett vom Unternehmen verabschieden. Mehr als 60 Prozent der Mitarbeiter macht dann nur noch Dienst nach Plan. Wenn überhaupt. Laut der Befragung haben nur 15 Prozent der Befragten eine starke emotionale Bindung und sind bereit sich für ihren Arbeitgeber einzusetzen. Der direkte Vorgesetzte nimmt in dieser Misere eine Schlüsselposition ein. Durch fehlendes, positives Feedback, konstruktive Kritik und das Nicht-Einbeziehen der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse, stumpft der Mitarbeiter immer mehr ab – bis er schließlich innerlich kündigt. Ursache für den Prozess ist die DNA eines Unternehmens und oft fängt es schon mit der Auswahl der Mitarbeiter an. Akademische Titel werden höher bewertet als Erfahrung und ein lupenreiner Lebenslauf ist das Maß der Dinge. Wer seine Mitarbeiter nur nach Notendurchschnitt einstellt, verpasst spannende Charaktere, die völlig neue Perspektiven mitbringen können.

Unternehmenskultur: Innovationen bleiben aus
Innovation „Made in Germany”? Fehlanzeige. Der Grund ist eben die weiter oben skizzierte Einstellung. Ohne Mitarbeiter mit Rückgrat, die ihre Meinung vertreten und auch kund tun, fehlen neue Impulse und das Unternehmen schmort nur noch im eigenen Saft.

Für Innovationen braucht es einen Nährboden für Ideen. Ideen brauchen ein Team aus Menschen, die mit Herzblut an eine Sache glauben und auch mal Fehler machen dürfen. Menschen brauchen eine Umgebung, in der sie sich wohl fühlen und eine Kultur, mit der sie sich identifizieren. Es braucht keinen Massagestuhl oder Whirlpool, es geht um die Einstellung zu den eigenen Mitarbeitern in einem Unternehmen. Es geht um Gesten. Anerkennung. Am Ende des Tages geht es allen ums Geld, das ist okay. Aber es macht einen Unterschied, ob man ein Gehalt bekommt oder Schmerzensgeld.

Es ist ein Irrglaube, dass man sich Motivation kaufen kann. Man kann seine Mitarbeiter auf noch so viele Seminare schicken. Außer einer schicken Urkunde bleibt da nichts übrig, wenn das Gesamtbild nicht stimmt. Leidenschaft ist nicht erlernbar. Ein Top-Mitarbeiter zeichnet sich nicht durch errungene Zertifikate aus, sondern in der Menge Herzblut, die er zu investieren bereit ist. Und das ist steuerbar durch eine entsprechende Unternehmenskultur.

Unternehmenskultur: Ohne Umdenken wird es teuer.
Vernachlässigen Unternehmen ihre Mitarbeiter, kann das im schlimmsten Fall zu einem Mitarbeiterschwund führen. Dann müssen neue Kräfte gesucht werden, die nach einer kostenintensiven Einarbeitungsphase genauso demotiviert sind wie die Vorgänger. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wird all das, was die Mitarbeiter nicht leisten dürfen, von außen eingekauft. Es ist makaber, dass gute, interne Kräfte vernachlässigt werden und man stattdessen auf teure, externe Berater setzt. Extern eingekauftes Know-How ist nie von Dauer und muss regelmäßig erneuert werden. Ganze Scharen von Beratern verdienen mit solchen Unternehmen viel Geld. Nachhaltig ist das nur für den Berater, nicht für das Unternehmen.

Um erfolgreich zu sein, bedarf es einer Unternehmenskultur, welche Ideen der Mitarbeiter fördert und anerkennt. In der Mitarbeiter zu Kollegen werden und man die Arbeit wertschätzt. Erfolg hängt von vielen Faktoren ab und nicht zuletzt auch vom Mitarbeiter.

Quelle: http://t3n.de/news/unternehmenskultur-mitarbeiter-508478/

Diesen Post teilen



← Älterer Post Neuerer Post →


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.